Hybrid-Anleihen:

Neben den selbst erfundenen Credit Linked Notes gibt es auch noch eine andere Form Kreditderivate dem Anleger als Bankschuldverschreibung zu verkaufen. Einige Banken erfanden Hybridanleihe. In den Wertpapierbasisinformationen heißt es, daß es sich um eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital mit aktien- und rentenähnlichen Eigenschaften handelt. Hierrunter kann sich ein Anleger natürlich nichts vorstellen. Und ob die Bank die Anlage als Eigen- oder Fremdkaptal bilanziert, ist in erster Linie nur für die Bank interessant. Nun hat normalerweise eine Anleihe eine feste Laufzeit und wird am Ende der Laufzeit zu Hundert Prozent zurück gezahlt. Nicht so bei den Hybrid-Anleihe. Diese haben eine unendliche Laufzeit. Das hat für die Banken den Vorteil, daß die Anleihe ohne Ende Kursverluste machen kann. Da die Anleihe nicht zu Hundert Prozent an einem gewissen Stichtag zurück gezahlt werden muß, trägt der Anleger die Kursverluste. Oftmals wird in der Wertpapierbezeichnung eine Laufzeit "vorgegaukelt", so z. B. ...2006 (13/Und.). Bei diesen Anleihen hat nur der Emittent Rechte, nicht der Anleger. So kann der Emittent die Anleihe nach ein paar Jahren zu einem gewissen Stichtagen kündigen. Da er dabei aber Hundert Prozent zurück zahlen müßte, wird er seine freiwillige Option wie (fast) immer nicht wahrnehmen. Will der Anleger hingegen sein Geld zurück erhalten, kann er die Anleihe nur mit den großen Kursverlusten verkaufen. Die Jahresangabe in der Wertpaierbezeichung "täuscht" dem Anleger lediglich vor, daß dieses das erst möglichste Kündigungsjahr des Emittenten wäre. Öfters liest man in den Zeitungen, daß Banken ihre faulen Kredite verkaufen. Dabei heißt es grundsätzlich, daß die Käufer Versicherungen und Hedgefonds sind, die dann eine hohe, oftmals zweistellige Rendite erhalten. Das stimmt nur teilweise oder ist ganz gelogen. Einige Banken haben Zweckgesellschaften im Ausland, meist in England, gegründet. Das sind aber nur sogenannte "Briefkastenfirmen", ohne Personal. In diese Firmen, die nur auf dem Papier bestehen, werden dann buchhalterisch die Kreditrisiken von den oftmals faulen Krediten transferiert. Damit die Muttergesellschaft, also die Großbank in Deutschland in keinster Weise haftet, vereinbaren Tochtergesellschaft (Zweckgesellschaft) und Muttergesellschaft eine Patronatserklärung. Diese Erklärung schließt eine Garantie und Haftung aus. Nun werden die Kreditrisiken als Wertpapiere verpackt. Dabei gibt es eine Aufteilung in Tranchen, wo die unterschiedlichen Bonitäten der Kredite in Gruppen zusammen gefasst sind. Die größtenteils unter englischen Firmennamen verpackten Kreditderivate, verkauft die Bank dann in Deutschland als Anleihe. In den Produktinfos steht aber noch nicht einmal angegeben, daß es sich um eine Hybridanleihe handelt. Daß da die faulen Kredite enthalten sind, kann der Anleger schon gar nicht erfahren. Die Börsen-Zeitung teilt am 07.04.2011 unter dem Titel „Kreditverbriefungen leiden unter Investorenmangel“ mit, „Relativ niedrige Kreditzinsen stehen relativ hohen Anleihezinsen gegenüber. ….“.Nach Angaben der KfW ist von Krisenbeginn im Jahr 2007 bis Ende 2010 nur eine sehr kleiner Teil der Kreditverbriefung ausgefallen. Die kumulierten Defaults aller Verbriefungen auf Anleiheebene in diesem Zeitraum lagen in Europa bei lediglich 0,65 %." Dann frage ich mich aber, warum alle diese mir bekannten Hybridanleihen enorme Kursverluste hinnahmen.


Bei diesen Anleihen weiß der Investor meistens nicht, aus was für Produkten oder Krediten sich die Bonität des Wertpapiers zusammen setzt. Er kauft also "die Katze im Sack". Bei einer normalen Anleihe erhält der Anleger sein Kapital zu Hundert Prozent zurück. Bei Aktien kann der Investor verlieren aber auch große Gewinne machen. Ganz anders sieht dieses bei Hybrid-Anleihen aus. Hier kann der Anleger zu 98 Prozent nur verlieren. Nur zu etwa zwei Prozent macht der Investor einen Gewinn. Dieser ist aber so minmal, daß es "kaum der Rede wert" ist.

Bei der Börse Stuttgart sind 156 Hybrid-Anleihe mit unendlicher Laufzeit in Euro aufgeführt. Fast alle Papiere wurden zu Hundert Prozent ausgegeben. Vereinzelt betrug der Ausgabekurs sogar 105 oder 108 Prozent. Nachfolgend ein Diagramm der Kurse per 03.06.2011. Die Auswertung beinhaltet alle 156 Anleihen.

http://www.siggy2000.de/Cobold/Hybrid-Anleihe.pdf

Wie auch aus dem Diagramm ersichtlich ist, kann der Anleger bei Hybrid-Anleihe fast nur Verluste realisieren. Etwa ein Drittel aller Anleihen weisen sogar Kursverluste von mehr als 30 Prozent aus. Nun würde doch kein Mensch so blöd sein und Wertpapiere erwerben, die von vornherein verlustig sind. Genau deshalb werden auch diese Wertpapiere mit intransaprent und falschen Angaben verkauft.


letzte Änderung:  13.06.2011 Neustruktur




1. DER DAUERBRENNER, DER SCHON 16 JAHRE OHNE VERLUST EXISTIERT


PRODUKT:

Die u. a. Anleihe wurde für Hundert Prozent verkauft und notiert jetzt bei 66 Prozent. Eine andere Hybrid-Anleihe der DZ Bank namens "Green Island Cap.Securit.PLC EO-FLR SECURITS (WKN: A0NY80)" verkaufte die Bank ebenfalls zu Hundert-Prozent. Das Papier hat jetzt einen Kurs von 11,90 %, der Verlust beträgt also fast 90 Prozent. Wenn der Anleger im Jahr 2007 10.000,00 € investierte, sind ihm davon gerade mal 1.190,00 € geblieben. Und das nicht zu gigantischen Zinsen. Die Erträge sind niedriger als bei einer sicheren Bundesanleihe. Die Anleihe wird mit 3-Monats-Euribor + 1,50 p. a. verzinst. Zur Zeit sind das mickrige 2,719 Prozent p. a.. Die unten aufgeführte Hybrid-Anleihe hat sogar noch weniger Ertrag. Die Zinsen setzen sich zusammen aus 3-Monats-Euribor + 0,8 Prozent. Zur Zeit sind das 1,895 % p. a. Ebenfalls die mir bekannten Hybridanleihen von den anderen Großbanken gingen enorm „den Bach runter“. Oftmals wurde/werden die Hybridanleihen auch ohne Prospekt dem Kunden verkauft. Da der Kunde bei Bankanleihen gewohnt ist keinen Verkaufsprospekt zu erhalten, hatten die betreffenden Banken ein „leichtes Spiel“. Als durch ein Forum eine Geschädigte an mich heran trat, hatte ich mir den ca. 300 Seiten langen Prospekt über die Börse Luxemburg besorgt und durch gearbeitet.

http://www.siggy2000.de/Cobold/Hybridanleihe1.jpg /a>

http://www.siggy2000.de/Cobold/Hybridanleihe12.jpg

http://www.siggy2000.de/Cobold/Hybridanleihe2.jpg

gem. schriftlichen Informationen:

Ueberschrift

Dia1

„Der Anleger partizipiert voll an steigenden Zinsen, wie Sie auch dem graphischen Renditeverlauf seit Juli 1990 entnehmen können.“

gem. schriftlichen Informationen: Dia2

„Rückwirkende Betrachtung der erzielten Kupons unter Zugrundelegung historischer Geldmarktsätze und eines Zinsaufschlages von 0,80 Prozent“

Realität:

Hier steht nicht fiktiv oder als Beispiel erwähnt, sondern es wird explizit aufgeführt, dass die Kupons erzielt wurden. Die Kupons konnten aber überhaupt nicht erzielt wurden sein. Die emittierende Zweckgesellschaft entstand zuerst im Jahr 2005 und die Anleihe selber wurde erst im Jahr 2006 herausgegeben, also 16 Jahre später.

gem. schriftlichen Informationen:

Bilanz Ruekzahlung

Realität:

Die Produktinfo ist von September 2006. Zu dieser Zeit wurde die Anleihe herausgegeben. Die erste Anleihe von dieser Zweckgesellschaft entstand im Januar 2006.

Die DZ Bank teilt mit: „Ferner nehmen die Emissionen am Bilanzverlust der Gesellschaft durch Verminderung des Rückzahlungsanspruches teil……auch wenn beides bis lang noch nie eingetreten ist:“

Hier wird dem Kunden weiß gemacht, daß in den 16 Jahren, seit dem angeblichen Bestehen der Gesellschaft noch nie Verluste eintraten. Dabei kam dieses überhaupt nicht zum Tragen, da es noch keinen Bilanzabschluß seit Emission der Anleihen im Jahr 2006 gab. Die Geschädigte hatte sich darauf verlassen, daß die Anleihe schon 16 Jahre ohne Verluste lief und konnte es deshalb kaum glauben, daß die Anleihe ca. ein Jahr später nach ihrem Erwerb fast 40 Prozent Verlust aufwies. Des Weiteren heißt es: Es wird deutlich, daß die Bonität des Emittenten eine entscheidende Rolle spielt.

gem. schriftlichen Informationen:

Rueck

Realität:

Emittent / Typ: DZ BANK Perpetual Funding Ussuer (Jersey) Limited /Tier 1 –Anleihe.

Dass der Emittentensitz in England ist, wird verschwiegen. Aus der Bezeichnung allein kann man dieses nicht entnehmen, schließlich gibt es auch ausländische Banken in Deutschland, die sogar für Spareinlagen dem deutschen Sicherungsfond angeschlossen sind.

Ich selber wusste zwar auch nicht im Geringsten, was die Anleihe beinhaltet. Da ich aber öfters mal deutsche Bankschuldverschreibungen erwarb, hätte mich die unbefristete Laufzeit und der Name gestört. Wer damit aber nicht soviel zu tun hatte, wie diese Geschädigte, denen konnte die Bank diese Anleihen sehr gut verkaufen. Insbesondere bei schon erprobten 16 Jahren, die nie einen Verlust abwarfen, mussten der unerfahrene Anleger zugreifen. Da konnte man nichts falsch machen!

gem. schriftlichen Informationen:

Impressium

Realität:

Und zum Schluß wird nochmal betont, daß doch hier ganz sicher eine deutsche Bank dahinter steckt. Durch die Patronatserklärung beteiligt sich die hier aufgeführte deutsche DZ Bank AG nicht im Geringsten an dem Risiko ihrer ausgelagerten Kreditrisiken in England. Aber der Anleger erfährt ja noch nicht einmal, dass er ausgelagerte Kreditrisiken erwirbt, geschweige denn, daß er diese von einer Tochtergesellschaft in England kauft.

Rendite:
Green Island Capital- Anleihe:      Zinssatz:  2,719 Prozent         Stand: 29.04.2011 
DZ Bank Perpetual Funding Anleihe:      Zinssatz:  1,895 Prozent         Stand: 29.04.2011 

Verlust:

Green Island Capital- Anleihe: rund 90 % Prozent des investierten Kapitals

DZ Bank Perpetual Funding Anleihe: zwischen 50 bis 35 Prozent des investierten Kapitals. Auch die mir bekannten weiteren Hybridanleihen bei anderen Banken weisen drastische Verluste auf.

Anlegerkreis:

MMeist ältere unerfahrene Leute



2. DEUTSCHE BANK-ANLEIHE OHNE INFORMATIONEN


PRODUKT:

Hier handelt es sich um eine weitere Hybridanleihe mit dem Namen "Deutsche Bank Cap. Fdg IV " über eine Milliarden Euro. Emittent ist eine Zweckgesellschaft der Deutschen Bank in den USA, was aber aus der Abrechnung nicht hervor geht. Dieses Wertpapier wurde einer damals 80 jährigen Professorin verkauft, die nur deutsche Bankschuldverschreibungen erwarb. Ich bin davon überzeugt, daß die inzwischen verstorbenen Frau nicht im Geringsten erfuhr, daß diese Anleihe keine normale deutsche Bankschuldverschreibung ist. Der Verkaufsprospekt, über 105 DIN A4 Seiten, existiert ausschließlich nur in englisch. Diese Professorin beherrschte nicht ein bißchen die englische Sprache, da die älteren Leute die Sprache damals nicht lernten. Da deutsche Bankschuldverschreibungen prospektfrei emittiert wurden, konnte die Bank der Investorin die Anleihe ohne Unterlagen "andrehen".  Dieser Sacherverhalt ist jetzt aber nicht ausschaggebend. Die Frau setze mich im Testament als Vermögensverwalterin für ihre behinderte Tochter ein. Die Leiterin der Investment-Abteilung der Deutschen Bank verkaufte zwar damals die Anleihe, aber über den Inhalt, die Risiken und den Emittenten der Anleihe konnte sie mir fast keine Auskunft geben. Trotzdem ich für diese Vermögensverwaltung persönlich hafte und nur ein paar Worte Schulenglisch spreche, was schon ewig zurück liegt, war die u. a. Mail alles, was ich erfahren konnte. Insbesondere sackte der Kurs im Jahr 2009 auf unter 25 Prozent ein. Wie erklärt man den Erben-Vertretern einen Verlust von über 75 Prozent, wenn die Deustche Bank als Kursabhängigkeit die nachfolgenden, nichts sagenden Floskeln angibt:  "Bonität des Emittenten, aktuelles Zinsniveau, künftige Zinserwartung w/ variabler Verzinsung ab 2013, Liquidität am Markt". Das muß man sich mal vorstellen. Ich hatte mehrmals bei der Deutschen Bank angefragt, warum es zu den riesigen Kursverlusten kam. Aber selbst eine Leiterin der Investment-Abteilung der Deutschen Bank wurde über den Inhalt des Wertpapieres nicht informiert. Die äußerst nette und mitfühlende Leiterin arbeitet inzwischen nicht mehr bei der Deutschen Bank. Die Ursache, ob vielleicht privater Natur, weiß ich nicht.
Dass sich der Kurs ausgerechnet bei dieser Anleihe einigermaßen erholte und nicht wie bei den mir bekannten Hybrid-Anleihen anderer Banken weiterhin große Verluste schrieb, könnte evtl. dem amerikanischen Steuerzahlern zu verdanken sein. Wie ich in den Medien las, kam der amerikanische Staat für Verluste aus den Kreditverkäufen der Deutschen Bank auf.
Die Art und Struktur des Wertpapier konnte ich einzig und allein nur durch den Zufall mit der oben beschriebenen anderen DZ-Bank-Hybridanleihe aufklären. Dort war es mir zumindest möglich über die Börse Luxemburg einen deutsch sprachigen Verkausprospekt zu besorgen, obgleich dieses auch nicht einfach war. Insbesondere benötigte ich zwei volle Wochen, den äußerst intransparenten und großen Verkaufsprospekt durch zu arbeiten und somit hinter das Geheimnis dieser neuen Anleiheform zu kommen.

gem. schriftlichen Informationen:

Rendite:
Zinssatz:
5,33 Prozent 

Emmisionsdatum Jahr 2003,  gem. Bundesbankstatistik lag der Zinsastz einer zehnjährige Bundesanleihe bei rund 4,5 Prozent p. a.

ab dem Jahr 2013:      Zinssatz:  3-Monats-Euribor + 1,99 % 

Anlegerkreis:

unbekannt