"Bankmanager kassieren fast 40 Prozent mehr" (gem. Financial Time vom 14.06.2011)


"Trotz eines wirtschaftlich durchwachsenen Jahres haben Bankchefs in den USA und Europa 2010 nahezu 40 Prozent mehr verdient"

Verglichen wurden die Gehälter und Bonuszahlungen von 15 Spitzenbankern. Dabei belief sich die durchschnittliche Vergütung auf 9,9 Mio. Dollar" - deutlich mehr als das, was in anderen Großunternehmen bezahlt wird.

Goldman-Sachs-Chef hatte im Krisenjahr 2009 noch 863.000 Dollar bekommen. Im vergangenen Jahr erhielt er.....14,1 Mio. Dollar.

"Mit fast 21 Mio Dollar war Dimon Spitzenreiter"

 



Als die Welt noch in Ordnung war







Heutzutage





1. DES TEUFELS ERFINDUNG  "KREDITDERIVATE"

In Deutschland gab es nur Geschäftsbanken. Diese boten primär alle Bankdienstleistungen an und konnten praktisch niemals insolvent gehen. Das Prinzip, was ich bei meiner Bankausbildung lernte, erkläre ich hier nur ganz einfach und sehr grob dargestellt. Die Kunden legen Geld bei der Bank an. Von diesem Geld vergibt die Bank Kredite. Eine Bank hat zahlreiche Kredite, aber angenommen "meine" Bank hat jetzt nur zwei Kredite ausgegeben. Die Kundeneinlagen betragen 10 Millionen. Nun erhalten von mir zwei Kunden, je 5 Millionen Euro Kredit. Zusammen macht dieses 10 Millionen Euro, was dann mit meinen Kundeneinlagen übereinstimmt. Schließlich kann ich nicht mehr ausgeben, wie mir zur Verfügung steht oder ich müßte selber Kredite aufnehmen, was bilanziell aber nicht meinen Rahmen der möglichen gesetzlichen Kreditausgabe vergrößert. Natürlich mache ich auch noch etwas Gewinn, so daß ich zusätzlich noch weitere 2 Millionen habe. Jetzt kann aber ein Kreditnehmer seine Schulden nicht zurück zahlen. Also besitze ich nur noch die Rückzahlung von dem anderen Kredit über 5 Millionen und meine 2 Millionen Gewinn, was insgesamt 7 Millionen ausmacht. Die Anleger haben aber 10 Millionen bei mir angelegt und wollen auch ihre 10 Millionen zu Hundert Prozent zurück haben. Da meine Bank das aber nicht kann, müßte ich insolvent gehen und die Kunden hätten einen Großteil ihres Geldes verloren. Damit dieses nicht passieren kann, hatte man sich vor Jahrzehnten etwas sehr Kluges ausgedacht.  Die vergebenen Kredite werden nach vorgegeben Ausfallrisiken gewichtet. Z. B. ich vergebe einen Unternehmenskredit. Das Ausfallrisiko beträgt 60 %. Der andere Kredit ist ein Hypothekendarlehen, wo das Ausfallrisiko bei 30 % liegt. Für dieses Ausfallrisiko, egal ob der Kredit wirklich ausfällt oder nicht, muß ich Eigenkapital, also eigenes Kapital bereithalten, dazu darf ich nicht das bei mir angelegte Geld verwenden. D. h. 5 Millionen x 60 % sind 3 Mio. und 5 Mio. x 30 % sind 1,5 Mio. Also für den Unternehmenskredit muß ich 3 Millionen und für den Hypothekenkredit 1,5 Mio. Eigenkapital bereithalten, was zusammen 4,5 Mio. macht. Wenn jetzt wirklich eine Kreditrückzahlung ausfällt, so kann ich von meinem Gewinn und dem Eigenkapital allen Anlegern das bei mir investierte Geld zurück zahlen. Wenn mein Eigenkapital nicht ausreicht, darf ich auch zuvor keinen Kredit vergeben. Die Einhaltung der Vorschriften wurden staatlich sehr streng kontrolliert.
Die Zahlungsfähigkeit einer deutschen Bank war damit gesichert. Deutsche Bankschuldverschreibungen hingen von der Bonität der emittierenden Bank ab.  Und genau deswegen waren deutsche Bankschuldverschreibungen so gut wie risikolos.


Im Unterschied zu Deutschland existierten in den USA aber nicht nur Geschäftsbanken, sondern es gab eine weitere Sparte, die sich Investmentbanken nannte. Diese betrieben nicht das gesamte Bankgeschäft, sondern ausschließlich nur das Investmentgeschäft. Das Geschäftsfeld setzte sich aus Wertpapieren, deren Emission und Handel und der Vermögensverwaltung zusammen. Für die Investmentbanken trafen die strengen Regularien nicht zu.  Und genau das hatte dann auch die Lehman-Borther-Insolvenz zur Folge. Lehman-Brother war keine streng regulierte Geschäftsbank, sondern nur eine Investmentbank. Und genau deshalb konnten auch diese "Gift"-Papiere, die dann nicht mit einem entsprechenden Eigenkapital unterlegt waren, entstehen. Nun gab es zahlreiche Anleger, die auf Grund Ihres Ausbildungsstandes wußten, daß deutsche Bankschuldverschreibungen sehr sicher waren. Diese Anleger wären nicht einmal ansatzweise auf die Idee gekommen, amerikanische Bankanleihen zu kaufen, ganz abgesehen von der noch zusätzlichen Wette auf die Zahlungsfähigkeit von mehereren amerikanischen Banken. Ich persönlich hatte vor der Insolvenz noch nicht einmal den Namen "Lehman Brother gehört".

Jahrzehntelang trugen die Banken das Risiko eines Kreditausfalls ganz allein und erfüllten hohe staatliche Auflagen. Trotzdem wuchs die Wirtschaft, die Geldanlagen waren sicher und die Unternehmen erhielten ihre Kredite. Und das war auch gut so. Bei der Vergabe der Kredite überprüft die Bank die Voraussetzungen und fordert Sicherheiten ab.
Der Investor hingegen, der bei der Bank sein Geld anlegt, hat nicht den geringsten Einblick in die Unterlagen. Er kann nicht sehen, ob die Kreditvoraussetzungen angebracht sind, wie die Struktur der kreditnehmenden Firma aussieht und ob die hinterlegten Sicherheiten eine Werthaltigkeit aufweisen.
So trug auf der einen Seite die Bank das Kreditrisiko und war dadurch bestrebt alles gründlich zu prüfen und nicht leichtfertig oder aus Profitgier Entscheidungen zu treffen. Andererseits war aber durch die Hinterlegung eines riskoabhänigen Eigenkapitals die Rückzahlung der Einlagen an die Investoren gesichert. Zu diesem Zeitpunkt war die Welt noch in Ordnung.

Ca. Anfang 2000  schwappte dann eine andere Geschäftsart aus den USA nach Europa über. Es handelt sich hier um Kreditderivate, die vorerst nur für Geschäftskunden eingeführt wurden.

Mit Kreditderivaten werden u. a. Ausfallrisiken von Krediten gehandelt. Das Ausfallrisiko eines Kredites geht gegen Zahlung einer Prämie auf einen Sicherungsgeber über. Für die Bank hat das den Vorteil, dass der jeweiligen Kredit nicht mit Eigenkapital unterlegt werden muß, da für das Aufallrisko bereits ein Dritter einsteht. So kann sie dann noch mehr Kredite vergeben.

Dieses wäre auch noch nicht einmal allzu schlimm. Wie ich ich in zahlreichen Büchern und Zeitschriften lesen konnte, setzte nun aber die Gier der Bankmanager und ihrer unermäßlichen Bonizahlungen ein. Aus den Kreditderivaen wurde ein Handelsgut zwischen den Banken.

Trotzdem die Banken hoch spekulierten und die Mangager und Börsengurus Unmengen verdient haben sollen, wird die Zeche nun dem kleinen Sparer aufgedrückt, der vielleicht für das verlorene Kapital sein Leben lang hart arbeitete. Und dieses macht man ganz geschickt.  Der Geschäftsvertrag, der eigentlich ein Kreditdervat ist, wird nun zur Tarnung in Anleihe bzw. Schulverschreibung umbenannt. Und da Anleihen bzw. Schuldverschreibungen von deutschen Banken bisher immer sehr sicher waren, ist die Täuschung perfekt.