letzte Änderung:  25.09.2011 neu




1. "STRENG GEHEIME" PFLICHTVERÖFFENTLICHUNGEN

Wie ich schon erwähnte, werden die Rückzahlungsbedingungen von Wertpapieren oftmals intransparent oder/und gravierend falsch angegeben. Außerdem können Wertpapiere in Fonds stecken oder durch eine Vermögensverwaltung ins Depot gelangt sein. Wenn der Kurs unerwartet fällt, sucht der Betroffene nach weitergehenden Informationen, die er oftmals von seiner Bank nicht erhält.

Nun schreibt unter anderem das Wertpapierprospektgesetz bei Emission von Wertpapieren, die öffentlich angeboten werden, Pflichtveröffentlichungen in anerkannten Quellverzeichnissen vor. Wie ich in Kapitel 3 schon nachwies, wird die Pflicht zur Veröffentlichung nicht immer eingehalten. Aber selbst wenn die emittierende Bank diese Pflichtveröffentlichung tätigt, so werden diese Informationen fast unzugänglich gemacht.

Ein anerkanntes Pflichtveröffentlichungsblatt ist die Börsenzeitung. Will der Interessent eine Pflichtveröffentlichung einsehen, die mehr als ein Tag vom heutigen Datum zurück liegt, verlangt die Börsenzeitung eine Gebühr von 2,65 Euro pro Eintrag. Nach der Bezahlung steht diese Anzeige 15 Minuten zur Einsicht oder zum Download zur Verfügung. Das wäre noch nicht einmal ganz so schlimm. Das wahre Übel ist, dass diese Einträge nicht nach der Wertpapier-Kenn-Nummer gefiltert werden können. Der Interessent tappt total im Dunkeln. Die Anzeige habe ich nachfolgend abgebildet. Den unbeschriebene Raum in den großen Spaltenbreiten ließ ich auf Grund von Platzproblemen weg. Eine Eingrenzung kann nach Unternehmen erfolgen. Da die DZ Bank aber laufend neue Anleihen emittiert, sind das Tausende von Einträgen. Eine weitere Selektierung ist nach Datum möglich. Nun weiß der Anleger aber nicht, ob, wie und wann ein Basisprospekt, Nachträge und endgültige Bedingungen ausgeben wurden. Deshalb kann hierzu auch keine eindeutige Filterung vorgenommen werden.  Die weitere Selektierungsart in der Spalte "Wertpapier" ist totaler Blödsinn. Es gibt unter anderem 3 Rubriken "Anleihe", Schuldverschreibung", Inhaberschuldverschreibung". Alles kann aber alles sein. Nach der Insolvenz von der von mir erworbenen Cobold-Anleihe gab ich bei der Börsenzeitung rund 150,00 € aus, um evtl. Einträge zu suchen.  Im Zeitalter der Computertechnologie wäre es eine Leichtigkeit eine Selektierung nach Wertpapierkennummern zu erstellen, schließlich kann der Anwender auch nach Unternehmen, Art und Kategorie filtern. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass hier bewusst Informationen unzugänglich gemacht werden.
Das ist doch Irrsinn hoch drei. Auf der einen Seite erlassen unsere Politiker Gesetze zur Pflicht der Veröffentlichung von Wertpapieremissionen. Auf der anderen Seite wird die Einsichtnahme dann aber wieder beschnitten.



2. IRREFÜHRUNG AN DER BÖRSE LUXEMBURG

Wie schon bei Lehman-Brother ist auch die West-LB bei den Wett-Anleihen auf südeuropäische Staaten beteiligt. So gibt es etliche Anleihen wie z. B. DE000WLB6HH3, XS0268535597, XS0250864575 und etc.

Trotzdem die Anleihen im Internet angeboten werden, unterliegen die Verkaufsprospekte offensichtlich strengster Geheimhaltung. Wie ich in meinem Kapitel 3 schon aufführte, werden die Wett-Anleihen als Credit-Linked-Note bezeichnet. Bei den meisten Internetanbietern gibt es die Rubrik "Anleihen", sowie "Zertifikate". Diese Wett-Anleihen sind aber nicht unter "Zertifikate", sondern unter "Anleihen" ausgestellt. Um so erstaunlicher ist es nun, dass die WestLB selber die Wett-Anleihen bzw. ein "Credit-Linked Note" der Rubrik Zertifikate zurechnet. Wer nun aber glaubt, dass bei dem Emittenten Verkaufsprospekte oder nähere Informationen zu den Anlagen zu finden sind, hat weit gefehlt. Es ist lediglich eine einzelne ganz harmlose Anleihe, sozusagen als Vorzeigeobjekt, ausgestellt.

Ein Teil der Wertpapiere ist an der Luxemburger Börse registriert, wo auch die Verkaufsprospekte ausgestellt sind. Dort werden zu jeder Wett-Anleihe zahlreiche Prospekte publiziert, die jeweils in einer Datei separat abgespeichert sind. Auch hier wird offensichtlich der Interessent bewußt irre geführt. So werden zu dem Wertpapier alle möglichen Basisprospekte ausgestellt, die schon vor Emission des eigentlichen Wertpapieres abgelaufen waren und überhaupt keinen Bezug darstellen. Nun werden dem Anwender zwar alle Dateinamen angezeigt, aber die Dateien öffnen und den Inhalt ansehen, kann er lediglich kostenlos nur von zwei Dateien pro Monat. Eine Wett-Anleihe der WestLB auf südeuropäische "Pleite"-Staaten (ISIN: XS0268535597) hat z. B. 29 Dokumente. Der Anleger bräuchte rund 2 1/2 Jahre um sich scheibchenweise mit einem Limit von 2 Dateien pro Monat die wichtigen und überhaupt noch relevanten Informationen zu filtern. Bei der Masse von Dokumenten kann der Investor auch nicht wissen, welche der zwei zugestandenen Unterlagen für ihn entscheidend sind. Das einzigste, was überhaupt wichtig ist, sind die endgültigen Bedingungen. Nur hier wird das Produkt beschrieben. Darauf kann der normale Anleger aber nicht kommen, da diese Unterlage nicht als Produktbeschreibung, sondern als nebensächliche Preisergänzung (Pricing Supplement) deklariert ist.